Kennst du das? Der Tag war voll, der Kopf brummt – und plötzlich wird Essen zum schnellen Trost. Für ein paar Minuten fühlt es sich leichter an, aber die eigentliche Anspannung bleibt. Die gute Nachricht: Stressessen ist kein Charakterfehler. Es ist ein Signal. Wenn wir dieses Signal lesen (Gefühl) und erkennen, was wir wirklich brauchen (Bedürfnis), können neue Handlungen entstehen.
Ohne Verbot, ohne Druck.
Essen ist für viele mehr als nur Energieaufnahme – es ist Trost, Struktur, Pause, Belohnung. Kein Wunder also, dass wir so oft unbewusst essen.
Frust bedeutet oft: Ein Ziel ist blockiert. Zwischen Aufwand und Ergebnis klafft eine Lücke – Ärger, Enttäuschung und Überforderung mischen mit. Essen lockt als schnelle Kompensation.
Typische Momente:
Merke: Essen tröstet kurz. Was langfristig tröstet, ist Wirksamkeit – also wieder Einfluss spüren.

Diese Bedürfnisse sind menschlich. Wenn sie zu kurz kommen, sucht der Körper ein schnelles Okay-Gefühl. Achtsam essen heißt: erst fühlen, dann wählen.
Statt nur auf „-2 kg“ zu schauen, setz dir Mini-Prozessziele: drei Abendspaziergänge diese Woche, mehr Gemüse auf den Teller, einmal täglich eine Atempause (60 Sekunden) vor dem Essen. Fortschritt sichtbar machen hilft: Häkchen im Kalender, kurze Notiz, kleine Checkliste.
Satz für dich: „Es liegt nicht an mir – vielleicht passt nur die Strategie nicht.“ Das nimmt Druck raus und öffnet die Tür für neue Schritte.
Schreiben, tanzen, laufen, boxen, singen – oder zehn tiefe Atemzüge. Danach einen kleinen nächsten Schritt wählen. So wird aus emotionalem Essen wieder bewusstes Essen.
Leitsatz: „Es darf herausfordernd sein – und ich bleibe dran.“ Das stärkt genau die Muskeln, die Heißhunger am Abend leiser machen.
Tipps lesen ist das eine – Veränderung passiert, wenn du sie wirklich ausprobierst. Dein Körper muss es spüren. Erlaube dir Ein-Wochen-Experimente: klein, konkret, messbar, freundlich.

Innehalten: Was ist gerade da – Frust, Müdigkeit, Einsamkeit?
Benennen: Brauche ich Ruhe, Anerkennung, Einfluss, Nähe?
Wählen: Was tut jetzt gut – außer Essen? Ideen: kurze Frischluft-Runde, Nachricht an eine vertraute Person, To-do auf morgen verschieben, Timer für zehn Minuten Pause, Körpercheck für Schultern, Kiefer, Atmung.
Rückfälle sind normal. Frage: Was hat mir gefehlt? Dann einen Hebel justieren.
Plane vor: Snackteller mit Ei, Quark, Obst, Nüssen; Bildschirm-Cut 30 Minuten früher; kurzer Spaziergang nach dem Abendessen.
Strenge Regeln erzeugen oft Gegendruck. Ein freundlicher Rahmen hilft mehr: feste Mahlzeiten, Notfall-Snack, Schlaf-Fenster.
Frustriert sein heißt nicht aufgeben. Es heißt nur: Der Weg braucht eine Kurve. Essen tröstet kurz – Wirksamkeit tröstet langfristig. Welche kleine Kurve nimmst du heute?
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